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Politik ist ein schmutziges Geschäft. Halte Dich davon fern.

Mein Vater hatte mich schon gewarnt. Und jetzt wird seine Warnung durch die Köche von der CDU Realität.

Kann jeder , der die MOZ liest, am 28.01.2019 auf Seite 13 im Spree Journal nachlesen.

Dort wird mir angesichts des KZ-Gedenktages "widerliches Gedankengut" unterstellt.
Und die Befreiung der KZs und Aussagen zum 08. Mai 1945 werden in unzutreffender Weise vermischt.

Ob und welche Position ich einnehme, hätte Herr Koch beim Neujahrsempfang der Stadt erfragen können.
Dort hätte ich sie ihm gerne erläutert. Anscheinend war er zu feige , dieses Gespräch zu führen.

Nun bin ich Teil einer unbequemen und ungemütlichen Partei, die der CDU im Bund Machtmissbrauch vorwirft.
Und ich verstehe sehr gut, dass die politischen Mitbewerber um ihren Einfluss fürchten.

Dass auch kommunalpolitisch mit harten Bandagen gekämpft wird,
konnte ich angesichts der Haushaltsdebatte in der SVV Fürstenwalde
mir sehr genau ansehen.

Immerhin werde ich politisch wahrgenommen. Denn genauso wie die Koch-CDU hatte ja auch Herr Wende von der Linkspartei seine Bedenken angemeldet.

 

1. Zur Vorgeschichte

In der Politik der Stadt Fürstenwalde haben bei den Bürgermeisterwahlen 2018 3 Fraktionen Herrn Hengst unterstützt. Die Linkspartei, die Sozialdemokraten und die FDP. Hat trotzdem nicht gereicht. Und jetzt möchten die Unterlegenen sich am neuen Bürgermeister "rächen", weil ihr Kandidat nicht durchgekommen ist.

Hiergegen hat sich der Unterzeichner in 2 Leserbriefen in der Fürstenwalder Zeitung des Hauke-Verlags ausgesprochen. Dies wird weder Herrn Koch noch anderen besonders gemundet haben, da hier von außerhalb der SVV jemand in ihren Kleinkrieg mit dem Bürgermeister hereingrätscht. Und Ihnen vorwirft, dass sie zum Schaden dieser Stadt und ihrer Bürger dem neuen Bürgermeister hereingrätschen.

Da muss man doch schon mal aus CDU und Linskpartei eine kommunalpolitsche Abwehrfront aufbauen, bevor noch etwa die Alternative mit einer starken Frakition ins Stadtparlament gerät und Fürstenwalde und Ostbrandenburg mit gestaltet.


Herrn Koch kenne ich schon seit Ende der 1990er Jahre. Er hat mich als freiheitlich orientierte Persönlichkeit kennengelernt.

Herr Koch ist aber in letzter Zeit vor allem durch fehlenden Respekt gegenüber dem gewählten Bürgermeister dieser Stadt aufgefallen.
Diesen hatte er halböffentlich als "A.loch" bezeichnet und musste dann zurückrudern.
Wer solchen Stil pflegt, taugt normaler Weise nicht zum Vorsitzenden der SVV.
Aber die Zeit bis Mai 2019 möchte Herr Koch anscheinend noch ungepflegt auskosten.


2. Von verbrecherischen Regimen

Es ist völlig unbestritten und unbestreitbar, dass Deutschland in der Zeit von 1933 bis 1945 von einem
mörderischen und verbrecherischen Regime beherrscht worden ist, das schwere Schuld auf sich geladen hat.

Viele Deutsche haben sich an diesem System beteiligt und es getragen.

Der Widerstand war schwer und entbehrungsreich.

Es ist ebenso unbestritten und unbestreitbar, dass die Überlebenden der KZs,
also die wegen Religion, Herkunft, sexueller oder politischer Ausrichtung Verfolgten
aus den KZs befreit worden sind.

Dennoch ist der "Tag der Befreiung" -bezogen auf den 8. Mai 1945 - ein politischer Mythos
und ein politischer Kampfbegriff, von dem sich im Jahre 2019
Fürstenwalde, Brandenburg und ganz Deutschland befreien sollten.

Dieser Kampfbegriff diente der ideologischen Unterwerfung
des deutschen Volkes durch die Siegermächte.
Er diente nicht seiner Befreiung. Stalin und der Staatssozialismus
haben die deutsche Nation nicht befreit.

Durch diesen Kampfbegriff wurde vielmehr aus den Köpfen verdrängt,
dass Leninismus, Stalinismus und Staatsozialismus ebenso verbrecherisch
angelegt sind, wie das "Dritte Reich". Und zwar von Anfang an !

„Wir müssen 90 der 100 Millionen Russlands für unsere Sache gewinnen,
den Übrigen haben wir nichts zu sagen, sie müssen vernichtet werden.“

So äußert sich Sinowjew - ein enger Weggefährte von Lenin und Stalin -
schon im September 1918 über die Zielrichtung der sowjetischen Sozialisten.
Und so wurde auch gehandelt ! Lenin, Stalin und seine Sozialisten

haben mit ihrem menschenverachtenden System schon 15 Jahre Massenmord
betrieben, bevor in Deutschland ein mörderisches System an die Macht kam.
Und sie haben auch nach dem 8. Mai 1945 so weitergemacht.

Wer Stalin und seine rote Armee zu Freiheitskämpfern macht,
der fälscht Geschichte. Und derartigen  Geschichtsfälschern
sollte tatsächlich niemand auf den Leim gehen.
Egal in welcher Blockpartei sie sich bewegen.

Beide Systeme sind verbrecherisch. Das ändert sich nicht dadurch,
dass Stalin am 8. Mai 1945 auf der Seite der Siegermächte stand.

Mitteleuropa wurde am 8. Mai 1945 nicht befreit,

sondern sowjetisch besetzt. Die deutsche Besetzung endete.
Die sowjetische hielt bis 1990 an.



3. Nicht Stalin, sondern Gorbatschow hat Mitteldeutschland und Mitteleuropa befreit.

Glasnost und Perestroika. Gorbatschow hat das geschaffen, woran Stalin und die Allierten versagt haben.
Er hat Mitteldeutschland und Mitteleuropa die Freiheit zurückgegeben.
Friedlich und ohne Blutvergießen.
Hierfür verdient er Dank und Respekt.
Ihn zu feiern wäre Anlass.
Weiterhin Stalin und die Allierten zu feiern
besteht kein Anlass.


4. Was ist Freiheit ? Und was ist Befreiung ?

Herr Koch möchte anscheinend mit Herrn Wende weiterhin im Schulterschluss den 8. Mai 1945 als "Tag der Befreiung" feiern.
Wie früher die Blockparteien es mit der SED getan haben.

Die Block-CDU unter Gerald Götting ist sich mit Mielke, Ulbricht und Honecker noch alle mal handelseinig geworden.
Vor und nach dem Mauerbau. Vor und nach dem Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953. Vor und nach den Aufständen
in Ungarn, in der Tchechoslowakei und in Polen. Diese Tradition wirkt auch im Jahre 2019 weiter.

Wenn Herr Koch der Ansicht ist, dass Stalin und die Allierten Mitteldeutschland und Mitteleuropa "befreit" hätten,
warum gab es dann überhaupt eine Wende ? Warum war ein Wechsel der Staats- und Regierungsform erforderlich?

Wie befreit waren denn die Deutschen, die 1953 mit sowjetischen Panzern durch die Straßen getrieben worden sind ?

Dann hätten ja wohl Mielke, Ulbricht und Honecker vieles richtig gemacht.
War doch alles in Ordnung. Und sowas von frei und befreit.

Leute wie Herr Koch brauchen anscheinend gar keine Freiheit und stehen nicht für sie ein.
Sie arrangieren sich gar zu gerne auch mit Staatssozialisten und Stalinisten.

Dass wir hier in Fürstenwalde das Lager Ketschendorf haben, dass nicht nur vom Deutschen Reich
sondern auch nach dem 8. Mai 1945 von Stalin und seiner roten Armee gebraucht worden ist,
kommt Herrn Koch nicht in den Sinn.

Dass Millionen von Russen von Stalin und seinen Leuten niedergemacht worden sind,

blendet er anscheinend aus - falls er es denn überhaupt jemals wußte.

Wenn ich nun sage, dass der Tag der Befreiung nicht hinter uns liegt,
sondern v o r uns, dann mag das ja provokant sein.

Unser Land kann aber nur erfolgreich sein,
wenn es sich aus den ideologischen Gefängnissen
der Sowjets und der Allierten befreit.

Nur wer sich von der Ideologie des "Tags der Befreiung" befreit,
kann dieses Land befreien.

Kein fremder Soldat kann Deutschland befreien.
Nur die Deutschen selbst können sich befreien.
Und sie sollten es auch tun.

5. Herr Redmann von der CDU

Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion hatte im Jahre 2015 sehr wohl darauf hingewiesen,
dass die Vermischung von Kriegsende und Befreiung der Konzentrationslager ein fragwürdiges geschichtspolitisches Konzept

der Linken ist.

http://www.maz-online.de/Brandenburg/Brandenburg-hat-einen-neuen-Gedenktag


Dort heißt es u.a.:


"Der 8. Mai hingegen sei ein Tag mit einer „starken Vermischung“ vieler Ereignisse. Die Kapitulation Deutschlands sei nicht unmittelbar mit dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus verbunden. „Am 8. Mai war Brandenburg auch schon mehrere Tage befreit“, sagte Redmann. Er hielt den Linken vor, mit ihrer Forderung ein „geschichtspolitisches Projekt“ zu verfolgen."

Heißt das nun für Herrn Koch und seine CDU, dass sein eigener parlamentarischer Geschäftsführer auf Landesebene ein "widerliches Gedankengut" verbreitet ?
Ordnungsrufe aus dem Jahre 2015 von Herrn Koch sind insoweit nicht bekannt geworden. Möchte er heute den Rücktritt von Herrn Redmann fordern ?
Oder ist das alles Gold, wenn die CDU davon spricht und Dreck, wenn andere sich dieser Themen annehmen ?

6. Die Menschen geistig befreien

Helm
ut Kohl beschrieb in seiner Kanzlerschaft das Konzept einer "geistig-moralischen Wende".
Von diesem Konzept hat sich die CDU um Lichtjahre entfernt.
Der Substanzverlust ist erschreckend.
Das lässt aber auch viel Platz für Alternativen.

Ein Ingo Senftleben zeigt für Brandenburg das Konzept einer Regierung aus CDU und Linkspartei als Option auf.
Das ist nun wirklich eine geistig-moralische Wende der ganz eigenen Art.
Dafür hätte Helmut Kohl Herrn Senftleben aus der CDU ausschließen lassen.
Kein Adenauer, kein Ludwig Erhard wäre darauf gekommen, sowas zu verzapfen.

 

Ich möchte die Menschen geistig befreien.
Ich möchte Brandenburg einen Weg zum Ausgang
aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit weisen.
Dazu braucht es eine echte geistig-moralische Wende.
Nicht an der Oberfläche, sondern im Innersten.


Brandenburg und ganz Mitteldeutschland sind von 1945 bis 1990
zunächst stalinistisch und dann staatssozialistisch erzogen worden.
Das wirkt nach. Mit schädlichen Folgen für dieses Land.
Das, was die Sowjets angerichtet haben,
wurde niemals richtig aufgearbeitet.
Und auch in den harten Zeiten direkt nach der "Wende"
stürmte soviel auf die Menschen ein,
dass keine Zeit blieb, das nachzuholen,
was an historischer Klärung und Aufklärung erforderlich war und ist.

D.h. aber auch, dass die Rahmenerzählungen ("Frames")
und Mythen des Staatssozialismus in vielen weiterwirken.
Wenn noch im Jahre 2015 Linkspartei, SPD und Grüne
ihr sozialistisches Geschichtskonstrukt eines "Tages der Befreiung"
als historische Wahrheit den Menschen aufzwingen können,
dann zeigt dies, wie stark die Ideologie der Jahre 1945 bis 1990
in den Menschen und in der Politik noch fortwirkt.

Und wenn selbst die CDU teils auf dieses Geschichtskonstrukt "abfährt"
dann zeigt das, wieweit sich sozialistische Mythen selbst in bürgerlichen
Kreisen erhalten haben.

 

Auf derartigen Mythen aber lässt sich im Jahre 2019
keine Politik, kein Land und kein Leben aufbauen.
Brandenburg wird nicht durch die Vergötzung
des Staatssozialismus erfolgreich werden,
sondern indem es sich von dieser Ideologie verabschiedet.




Axel Fachtan


Stand 31.01.19  15:47 Uhr